Waidmänner setzen auf Kontinuität

Thomas Brammer als Kreisjägermeister bestätigt

Von Henning Leeske – Verdener Aller Zeitung

Walsrode – Die Kreisjägerschaft Fallingbostel hat einstimmig Kreisjägermeister Thomas Brammer und seinen Stellvertreter Hermann Renk in ihren Ämtern bestätigt. Rein formell musste der Kreistag dieses Votum der Jäger noch abnicken. Der Vorsitzende der Jägerschaft, Bernd Satoris, verabschiedete Schriftführer Gunnar Willers nach sieben Jahren Amtszeit. Als Nachfolger wurde Thorsten Meyer einstimmig gewählt. Außerdem erhielt Harald Westermann die Verdienstnadel in Bronze vom Landesverband der Jäger, und zahlreiche Jubilare wurden geehrt.

Am Vortag der Versammlung konnte bereits die Hegeschau in der Walsroder Stadthalle besichtigt werden. 410 Schüler aus dem Heidekreis nutzten diese Gelegenheit und erfuhren allerhand Wissenswertes über die Wildtiere der heimischen Natur.

Auf die Hegeschau ging auch Landrat Jens Grote in seinem Grußwort ein. Er befürwortete die Führungen für die Schulen. Damit gab er Forderungen, die Hegeschauen abzuschaffen, eine eindeutige Absage. „Wir haben den Rückgang bei allen Wildarten zu verzeichnen, außer bei den invasiven Arten“, sagte Grote und sprach sich für eine waidgerechte Tötung invasiver Arten wie Waschbären aus. Um dies möglich zu machen, habe der Heidekreis den 34 Hegeringen auch jeweils zwei Fallen zur Verfügung gestellt. „Wir haben mit der Aufnahme ins Bundesjagdgesetz einen weiteren Meilenstein beim Wolf erreicht. Nun ist das Land gefordert. Wir brauchen Rechtssicherheit, wie viele Wölfe entnommen werden dürfen“, ging Grote auf jüngste jagdrechtliche Entwicklungen ein.

„Lösungen entstehen nur im Dialog“, betonte die Walsroder Bürgermeisterin Helma Spöring und unterstützte ebenfalls den Fortbestand der Hegeschau. Sie lobte außerdem die Hege und Pflege der Jäger für den Wildbestand.

Kreisjägermeister Thomas Brammer wies beim Streckenbericht auf den Rückgang beim Schalenwild hin, weil mutmaßlich viele Wildtiere wie Rehe oder Damwild dem Wolf als Nahrung dienten. Nur die Strecke des Schwarzwildes sei minimal angestiegen. „Wir brauchen unbedingt ein regional differenziertes Bestandsmanagement beim Wolf“, wurde Brammer deutlich. Hierfür sei die untere Jagdbehörde zuständig. Die Zahl der erlegten Füchse sei um 30 Prozent auf 1334 gestiegen, was ein Hinweis auf den Erfolg des Prädationsmanagements sei. Die Strecke der Waschbären sei sogar um 50 Prozent angestiegen, was besonders positiv für die bedrohten Bodenbrüter sei.

Als weitere politische Forderung brachte Brammer Wildbrücken über die A7 ins Spiel, wenn die Autobahn bei Bad Fallingbostel verbreitert werden sollte. „Das ist für den genetischen Austausch des Wildes wichtig“, sagte er.

Bernd Satoris berichtete zudem über die zahlreichen Aktivitäten der Jägerschaft Fallingbostel. Es gebe eine Jagd-App, in der die 340 Jäger Abschüsse zeitnah melden könnten. Künftig will die Jägerschaft unter www.jaegerschaft-fallingbostel.de über ihre Arbeit informieren. Neben der erfolgreichen Kitzrettung, der Hege und Pflege seien im vergangenen Jahr auch zum zweiten Mal die Waldjugendspiele organisiert worden.